Hamburg und Monheim am Rhein im regen Austausch

Das erste Jahreskonzert des Hamburger JeKi-Programms. Die Hansestadt orientiert sich auch an Erfahrungen aus Monheim am Rhein

Hamburg. Das Programm "Jedem Kind ein Instrument" (kurz "JeKi")der Hansestadt hat in einem großen Konzert die Einführung in allen vier Grundschuljahren gefeiert. Die Musikschule Monheim war dazu eingeladen.

"Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir uns schon in der Konzeptionsphase mit der Monheimer Musikschule beraten konnten. Wir haben von den MoMo-Konzepten einiges gelernt und die Erfahrungen für Hamburg genutzt. Unser Kennenlernen der Instrumente in Halbklassen im zweiten Schuljahr orientiert sich zum Beispiel deutlich an der Instrumentenkarussellphase im Monheimer Modell. Unser Besuch in Monheim im Jahr 2008 und mancherlei Telefongespräche haben uns da gut vorangebracht.", so Theodor Huß, der Leiter des [extern]JeKi-Programms der Hamburger Schulbehörde.

Von links nach rechts: Jörg Sommerfeld (Musikschule Monheim), Theodor Huß (JeKi Hamburg), Birgit Walter (JeKi Ruhr), Christine Heidingsfelder (JeKi Hamburg)

Zwischen beiden Programmen besteht ein reger Austausch. In Hamburg wurde 2009 mit dem Aufbau begonnen, die ersten Kinder des Programms erreichen nun die weiterführenden Schulen. Das JeKi-Programm der Hansestadt umfasst 62 Grund- und Förderschulen, insgesamt nehmen etwa 10.000 Kinder daran teil. In einem sehr abwechslungreichen und professionell gestalteten Konzert haben 200 von ihnen am 24. April vor großem Publikum ihr Können präsentiert.

MoMo in Bronze, Silber und Gold

Die Medaillen sind bei den Kindern heißbegehrt.

Medaillen ersetzen die Musikschulzeugnisse im Grundschulalter

Ab sofort können alle Kinder im Grundschulalter die Abzeichen MoMo-Bronze, MoMo-Silber und MoMo-Gold bekommen.

Nach vielen Diskussionen hat sich das Lehrkräfteteam der Musikschule auf sogenannte "[intern]Kompetenzstufen" verständigt. Junge Instrumentalisten können nun freiwillige Leistungsabzeichen erwerben. Wer das Bronzeabzeichen erworben hat, darf in den Grundschulorchestern mitwirken. Silber und Gold werden an die Kinder vergeben, die schon weitergehende Kenntnisse und Fähigkeiten auf ihren Instrumenten erworben haben. Die bisher üblichen jährlichen Zeugnisse fallen ab sofort weg. Wer die Anforderungen erfüllt, bekommt eine kleine Medaille, die zum Beispiel am Instrumentenkoffer befestigt werden kann.

Bei „Jugend musiziert“ ganz vorne mitgespielt

Gruppenbild vom Preisträgerkonzert in Monheim

Auch im Landeswettbewerb holten Monheimer Musikschüler zahlreiche Preise

Nach dem erfolgreichen [extern]Regionalwettbewerb in Ratingen nahmen Monheimer Musik-Talente jetzt auch am Landeswettbewerb [intern]„Jugend musiziert“ in Köln teil. Von den insgesamt elf Preisträgern, die alle mit ersten und zweiten Preisen ausgezeichnet wurden, erhalten acht ihren Unterricht an der städtischen Musikschule.

„Besonders stolz bin ich darauf, dass auch vier Kinder, die im letzten Jahr noch eine Grundschule besucht haben, zweite Preise auf Landesebene erzielt haben“, sagt Musikschulleiter Georg Thomanek. Das zeige deutlich, dass bei MoMo, dem Monheimer Modell „Musikschule für alle!“, auch die Begabtenförderung nicht zu kurz komme. Im Fach Querflöte ging ein zweiter Preis mit 22 Punkten an Carolin Kohnen, im Fach Gitarre erreichten Tibo Lam und Benjamin Dahmen einen zweiten Preis mit 22 Punkten sowie Laura Sanders und Elias Farai einen zweiten Preis mit 20 Punkten. Ralf Grutza erzielte einen ersten Preis als Gitarrenbegleiter mit der Höchstzahl von 25 Punkten. Ebenfalls Bestwertung mit 25 Punkten und einem ersten Preis erzielte der Pianist Theodor Gerth im Wettbewerb Kunstlied, was ihm zudem die Qualifikation für den Bundeswettbewerb zu Pfingsten in Stuttgart einbrachte. Einen weiteren ersten Preis mit 23 Punkten holte das Baglama-Ensemble, bestehend aus Aylin Koca, Zardast Siydo, Safak Sari, Safak Deniz und Özgür Can Cakar.

Konzertwoche bricht alle Rekorde

Knapp 700 Instrumentalschüler spielen in 13 Konzerten vor

Die diesjährige Konzertwoche ist bisher die umfangreichste Veranstaltung ihrer Art. In jedem Jahr spielen sich in vielen verschiedenen Konzerten die Kinder und jugendlichen Schüler der Musikschule gegenseitig Ausschnitte aus ihrem Repertoire vor.

Organisator [intern]Andreas Selig: "Insgesamt 441 Konzertbeiträge führen dazu, dass alle Beiträge sehr kurz sind und die Kinder sehr diszipliniert auftreten müssen". Auch in diesem Jahr entstanden so abwechlungsreiche Konzerte mit den verschiedensten Instrumenten und Leistungsniveaus. Junge Spieler erfuhren, wie es sich anhört, wenn man schon länger ein Instrument spielt. Die Älteren staunten zum Teil sehr über das hohe Spielniveau des Nachwuchses. In der Konzertwoche sollen alle Instrumentalschüler vorspielen, unabhängig von Leistungsfähigkeit und Ausbildungsdauer. Lediglich die ganz jungen Kinder aus den Grundschulen wurden aus organisatorischen Gründen nicht mit einbezogen, sie spielen an anderen Terminen innerhalb der Schulen vor.